23.04.2017 | 21:33


 


Meeresgespräch

Des Himmels stolze Garderobe,
gefüllt mit Wolken mächtiger Statur,
gewebt mit feinster Himmelsseide,
bedeckt sie brechend die Natur.

Des Meeres Wogen grollen hart am Strande,
greifen gierend weit hinein ins Land.
Ziehn sie zurück zum kalten Meeresgrunde,
dann hinterlassen Spuren sie im Sand.

Gestein aus Zeiten Jahrmillionen
und Muscheln, Seetang, Holz und manches Tier,
entrissen aus den Meerestiefen,
verendet und gestrandet jetzt und hier.

Das Meer hat seinen eignen Willen,
ist manchmal still mit Wogen sanft und leicht.
Doch zürnt es bitter, haben seine Wellen
am Horizont den Himmel fast erreicht.

So mancher hat sein Leben schon gelassen.
Ging unter in dem Sturm mit Mann und Maus.
Doch sein Gespräch, egal ob laut, ob leise
streut in mir tiefen Seelenfrieden aus.

Sigrid Hahn

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XIX«

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