30.09.2016 | 13:40


 


herbst

du warst so jung und voller mut
hast die welt getupft, gestreift
und bist an deinem bunten blut
selbst verblüht, zu schnell gereift
noch schwimmen enten auf dem see
und bunte drachen steigen
doch nebelsuppen blubbern zäh
und lauter wird dein schweigen
es regnet ewigkeit auf pfützen
dein alter blick starrt grau und leer
kinder tragen schal und mützen
und du weißt du bist´s nicht mehr
noch einmal tobst du durch die stadt
dein atem pfeift aus kalter lunge
du küsst zum letzten Mal ein blatt
mit raureif auf der zunge
der erste schnee fällt still und weich
beweißt den jungen wintermorgen
einsam friert ein schwan im teich
war nur bei dir so warm geborgen

Barbara Terstegen

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XVIII«

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